Rohrleitungsbau

Der neue Stromversorger im Erstfeldertal

Auf 1584 m ü. M. im hinteren Teil des Erstfeldertals entspringt der Alpbach. Auf seinem Weg ostwärts und bevor er schliesslich auf 466 m ü. M. in die Reuss braust, versorgt er seit November 2020 bis zu 7200 Haushalte mit Strom. In Rekordzeit entstand in Erstfeld ein Kleinwasserkraftwerk am Alpbach.

Vor ca. 100 Jahren begann im Kanton Uri die Geschichte der Nutzung der Wasserkraft. Damals wurden erste Stauversuche am Fulensee durchgeführt. In den vergangenen Jahrzehnten war die Energiegewinnung am Alpbach immer wieder ein Thema, bis es schliesslich 2018 EWA-energieUri gelang, die definitive Bewilligung für den Bau eines Laufwasserkraftwerks einzuholen. Insgesamt zweieinhalb Jahre dauerte es von der ersten Unterschrift bis zur Produktion der ersten Kilowatts. Eine Meisterleistung, die in Zusammenarbeit mit 45 beteiligten Firmen realisiert wurde. Eine der Firmen war die Josef Muff AG, die mit der Verlegung der Druckleitung beauftragt wurde und die Bauarbeiten von Januar bis November 2020 ausführen durfte. Für die Energiegewinnung wird das Wasser auf 730mü.M. im Gebiet Schopfen abgeleitet und über die neue Fassung in die rund einen Kilometer lange Druckleitung geführt. Auf der Höhe von 484m ü.M. befindet sich die Kraftwerkzentrale, wo drei Turbinen und ein Synchrongenerator installiert sind, um mithilfe der Wasserkraft die Region mit Strom versorgen zu können.

Die von uns realisierte 1000 Meter lange Stahlrohrleitung hat die Dimension DN 1400 und leitet das Wasser durch einen für das Kraftwerk neu errichteten Stollen. Die Bauarbeiten für die Druckleitung erfolgten in zwei grösseren Etappen. Dafür mussten die Rohrteile einzeln, in sechs und zwölf Meter langen Teilen, angeliefert werden. Mit der Spedition haben wir die Wipfli AG beauftragt. Dank ihrer langjährigen Erfahrung und ihres Know-hows verliefen die Transporte über die schmalen Bergstrassen reibungslos, pünktlich und ohne Zwischenfälle. In der ersten Bauphase wurde die Leitung im Schrägschaft erstellt. Das Gefälle hatte hier einen 53°-Winkel, was die Arbeiten nicht besonders erleichterte. Auf zwei Seilzügen wurde die Leitung schrittweise in den Schacht heruntergelassen, nachdem jeweils ein Rohrteil angeschweisst worden war. In der zweiten Etappe entstand der längere Teil der Druckleitung. Für die 770 Meter wurden die Einzelteile rückwärts den ganzen Weg hinaufgefahren und direkt im Stollen zusammengeschweisst. Bei der Anlieferung der zwölf Meter langen Rohrteile waren eine gute Koordination und viel Fingerspitzengefühl gefragt, denn viel Platz zwischen Lastwagen und Stollenwand gab es nicht.

 

Die Baustelle von oben
Arbeiten in der Schrägschaft

 

Die Einzelteile werden angeliefert
Arbeiten im Stollen

 

Um die Druckleitung vor Rost und anderen Schäden zu schützen und ihr eine lange Lebensdauer zu sichern, wurde sie abschliessend mit einem speziellen Korrosionsschutz der TEKO Oberflächentechnik AG behandelt.

Die Josef Muff AG blickt auf ein tolles und einmaliges Projekt mit vielen Herausforderungen zurück, das ohne das Know-how, exaktes Zeitmanagement, präzise Planung und viel Koordination nicht möglich gewesen wäre, und dankt EWA-energieUri für die Auftragserteilung und das Vertrauen.

Projektdaten

Bauherr
Kraftwerk Erstfeldertal AG, Projektleiter Manfred Walker

Projektleiter
Josef Muff AG, Jürgen Simon

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