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Rohrleitungsbau

17. März 2022

Vor 200 Jahren begann die Suche

Im Jahr 1821 beginnt Carl Christian Friedrich Glenck aufgrund von Hinweisen, in der Nordwestschweiz nach Salz zu suchen. 1836 wird er in Muttenz beim «Roten Haus» am Rhein fündig. Aufgrund von Differenzen mit Landeigentümern um das Fundloch gründet er 1837 die «Saline Glenck, Kornmann & Co.». Er war aber nicht alleine auf der Suche. Um 1841 etablieren sich des Weiteren die «Saline Kaiseraugst» und die «Saline Rheinfelden». In 1909 führte der Zusammenschluss der einzelnen in der Nordwestschweiz ansässigen Salinen zur «Schweizer Rheinsalinen AG». Schlussendlich in 2014 erfolgte der Zusammenschluss mit der Saline de Bex SA zur «Schweizer Salinen AG». Seither fördert die Schweizer Salinen AG Salz für die vielen verschiedenen Bedürfnisse der Menschen.

Prinzipiell unterscheidet man zwischen drei Arten von Salz: Siedesalz, Meersalz und Steinsalz. Alle Salzarten werden auf unterschiedliche Art und Weise und mit anderen Hilfsmitteln gewonnen. Die Schweizer Salinen nutzen für die Salzgewinnung das Siedesalz-Verfahren. Das Salz der Schweizer Salinen wird an den Standorten Schweizerhalle, Riburg und Bex aus Steinsalzschichten in Tiefen bis 400 Metern mit zugeführtem Wasser ausgelaugt. Die konzentrierte Salzlösung fliesst in Transportleitungen zum Sammeltank des Bohrfeldes und von dort zur Saline zur Enthärtung und zum Kristallisationsprozess in die Verdampferanlage. Früher wurde die Salzlösung (Sole) in grossen Pfannen eingekocht (gesotten). Das so gewonnene Salz bezeichnete man deshalb als Koch- und Siedesalz. Diese traditionellen Begriffe haben sich bis heute gehalten.  Die Sole wird in den gleichnamigen neu erstellten Rohsoletanks gelagert, um die Produktionsabläufe zu optimieren. Rohsole ist im Prinzip nichts anderes als stark salzhaltiges Wasser. Die Tanks aus Stahl müssen jedoch wegen dieses Salzwassers eine spezielle Beschichtung aufweisen, damit sich das Metall nicht durch Oxidation zu zersetzen beginnt. Zwei neue Tanks mit einer Gesamthöhe von 24 Metern und einem Durchmesser von 14 Metern wurden 2020 in Rheinfelden bei den Schweizer Salinen durch die Josef Muff AG angefertigt. Tanks mit solchen Dimensionen können nicht in einem Stück hergestellt werden. Sie werden etappenweise vor Ort geschweisst und zusammengesetzt.

 

Zwei neue Rohsoletanks
Gesamthöhe: 24m, Durchmesser: 14m

 

Vorbereiten
Schweissarbeiten
Schweissarbeiten

 

Die grössten Herausforderungen bei diesem Projekt waren das enge Terminprogramm und die Seltenheit solcher Aufträge. Die Tankbaubranche ist sehr klein, und es gibt nur wenige Aufträge in diesem Ausmass. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Josef Muff AG hatte sich bereit erklärt, bei diesem Auftrag unterstützend mitzuwirken und sein Wissen weiterzureichen, damit das Know-how auch zukünftig gesichert ist. Die Planung des Projekts ergab eine Ausführungszeit von knapp 23 Wochen. Dank der Mithilfe aller Teams der Josef Muff AG konnte das enge Zeitfenster der Montage optimiert und der Endtermin eingehalten werden.

 

Team Josef Muff AG
Die fertigen Rohsoletanks

 

Eine weitere Besonderheit dieses Auftrags war die hohe Qualitätsanforderung an die Beschichtung. Die Innen- und Aussenbeschichtung wurde durch den erfahrenen Beschichter BETOSAN AG übernommen, der sich mit dem Verhalten von Salz und der möglichen Korrosion der Tanks bestens auskennt. Nach Rücksprache mit dem Kunden konnte die optimale Beschichtung nach aktuellem Stand der Technik gewählt und ausgeführt werden.

 

Beschichtungsbericht der BETOSAN AG

Bereits bei der ersten Besprechung mit den Ingenieuren und Bauleitern der Rapp Infra AG wurde klar, dass man die gleiche Sprache spricht. Somit konnten bereits in Vorgesprächen Abläufe optimiert und technische Schwierigkeiten eliminiert werden. Die Erfahrung der BETOSAN AG bei Tankbeschichtungen hat geholfen, individuell auf die Bedürfnisse der Schweizer Salinen AG einzugehen. Die beiden Rohsoletetanks der Schweizer Salinen AG besitzen im Vergleich zu anderen Stehtanks in dieser Grössenordnung eine Besonderheit. Sie haben kein Dach und sind dementsprechend oben offen. Somit erwies sich das Erstellen eines Arbeitsgerüstes innen wie aussen als anspruchsvoll, inklusive eines speziellen Notdachs, das zum Abhalten von Wind und Wetter diente.

Bei der Evaluierung des Beschichtungsprodukts für die Innenseite der Tanks musste neben technischen Aspekten wie Beständigkeit, Zertifikat für Lebensmittelkonformität und grosser Schichtdicken noch ein besonderes Argument berücksichtigt werden. Die Verarbeitbarkeit und die Austrocknung bei einer Minimaltemperatur von 10 Grad Celsius musste erfüllt werden. Auch diese Hürde wurde in Zusammenarbeit mit einem international tätigen Hersteller überwunden, und nun konnte es mit der Beschichtung losgehen.

Wie die Josef Muff AG mussten auch wir uns in einem engen Terminkorsett zurechtfinden. Durch die Mithilfe unseres gut ausgebildeten Fachpersonals konnten wir in wenigen Tagen und bei noch moderaten Temperaturen die Innenbeschichtung aufbringen. Die tieferen Nachttemperaturen waren durch zusätzliches Heizen der Tanks auch kein Thema mehr. Alle wichtigen Parameter von Schichtaufbau und klimatischen Bedingungen konnten erfüllt und die Innenbeschichtung schlussendlich termingerecht übergeben werden.

Die Aussenanstriche in mehreren Schichten liefen parallel zu den Vorarbeiten an der Innenbeschichtung. Die heissen Augusttemperaturen brachten Personal und Anstrichmaterial an ihre Grenzen. Somit gab es auch die Situation, dass unser Personal schon morgens um fünf Uhr auf dem Gerüst mit seiner Arbeit begann. Die Arbeiten konnten aber trotz aller besonderen Umstände fachgerecht und sicher ausgeführt werden.

Projektdaten

Bauherr
Schweizer Salinen AG, Pratteln

Rohsoletanks
Josef Muff AG, Sarmenstorf, Projektleiter Claudio Hosang

Beschichtung der Tanks
BETOSAN AG, Pratteln

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